Call a Bike - Stadträtin Mitzel hat einige Fragen an die Verwaltung

Veröffentlicht am 20.11.2017 in Kommunalpolitik

Die SPD-Fraktion sieht die Gründe für das Scheitern des Fahrradverleihsystems bei der Verwaltung

Während der Beratungen für den Doppelhaushalt 2018/19 wurde bekannt, dass das im Mai 2015 eingeführte Fahrradverleihsystem („call a bike“) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn im kommenden Jahr auslaufen soll. Als Grund hierfür wurde mitgeteilt, dass die Ausleihzahlen zu niedrig seien und die Bahn den Vertrag nur weiterlaufen lassen wolle, wenn die Anzahl der Fahrräder verdoppelt werden würde. Dies ist aber nicht gewünscht. Die Stadtwerke wollen ihre eigene Pedelec-Vermietung aufbauen.

Die SPD-Fraktion sieht die Gründe für das Scheitern bei der Verwaltung. Stadträtin Ulrike Mitzel sieht großen Aufklärungsbedarf und hat deshalb einige Fragen an den zuständigen Beigeordneten Uhlig und den Chef der Stadtwerke Oehler.

Lesen Sie ihren Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Oehler, sehr geehrter Herr Uhlig,

im Rahmen der Haushaltsberatungen haben wir erfahren, dass das im Mai 2015 eingeführte Fahrradverleihsystem in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn (db) im kommenden Jahr auslaufen soll. Als Grund hierfür wurde erläutert, dass die Ausleihzahlen zu niedrig sind, die db den Vertrag nur weiterlaufen lassen würde, wenn man die Anzahl der Fahrräder verdoppeln würde. Dies sei nicht gewünscht, die Stadtwerke möchte eine eigene Pedelec-Vermietung aufbauen.
Es wundert uns nicht, dass sich das Call a bike System in Baden-Baden nicht etabliert hat, da es kaum beworben wurde und der Großteil der Bürger nicht weiß, wie es funktioniert. Bei der Einführung sprach man von einer Ergänzung des ÖPNV, vorrangig für den Bürger, für Stadtwerkekunden sind die ersten 30 Minuten kostenfrei.

Natürlich steht ein solches System auch den Tages- und Übernachtungsgästen zur Verfügung. Um Call a bike zu nutzen, muss man sich erst einmal registrieren, was wohl im System der db nicht einfach ist. Hier wäre eine Registrieraktion für Stadtwerkekunden sicherlich sinnvoll gewesen, für die Touristen sollten die ansässigen Hotels und Gasthäuser mit ins Boot genommen werden. Dies ist nur einer von vielen Möglichkeiten, ein solch neues System in Baden-Baden einzuführen.

Ein funktionierendes Fahrradverleihsystem kann durchaus zur Verringerung des Co2-Ausstosses beitragen, steigert die Lebensqualität in unserer Stadt und trägt auch zu einer gesunden Lebensweise des Einzelnen bei. Auch in Kommunen mit einer ähnlichen Topographie wie Baden-Baden hat die db erfolgreich das Call a bike-System eingeführt, das System kann auch mit Pedelecs ergänzt werden. (siehe Stuttgart)

Für das Jahr 2018 möchte die Stadtwerke mit einem eigenen Vertriebssystem auf Pedelecs umsteigen.

Hierzu bitten wir um Erläuterung folgender Fragen:

  • Warum wurde der Betriebsausschuss in diese Entscheidung nicht eingebunden
  • Wie hoch wären die Kosten für 20 neue Räder und den Ausbau auf bis zu 10 Stationen im Stadtgebiet im Call a bike-System
  • Information über Vergleichszahlen von Call a bike-Systemen in anderen Städten
  • Kostenkalkulation des neuen Systems mit Pedelecs (Wartung, Instandhaltung, Aufbau der Stationen)
  • Wie hoch war der Werbe-Etat der Stadtwerke in den vergangen 2 Jahren für Call a bike
  • Information über Kosten und Auslastung der 10 E-Bikes in der Geroldsauer Mühle (Agentur Event Pur), die durch die Stadtwerke angeschafft wurden
  • Mit welcher Begründung geht man davon aus, dass ein eigenes Verleihsystem erfolgreicher wäre.

Die SPD Fraktion hat sich vor Einführung des Fahrradverleihsystems in Baden-Baden über ein funktionierendes System vor Ort in Mainz informiert. Hier möchten wir gerne Herrn Uhlig aus der letzten Bauausschusssitzung zitieren: «Es kann nie schaden, auch mal über den Tellerrand hinaus zuschauen.» Vielleicht wäre dies für die Stadtwerke auch eine mögliche Option, auf diesem Wege Erfahrungen einzuholen, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Gerne erwarten wir Ihre Rückmeldung und freuen uns auch über eine Behandlung des Themas im öffentlichen Betriebsausschuss.

Ulrike Mitzel, SPD Fraktion

 

 

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