Neue Schilder für Baden-Baden

Veröffentlicht am 30.08.2020 in Fraktion

„Pragmatische Lösung“ bei „falscher“ Rechtschreibung? Zwei Schreibweisen peinlicher Zustand

 

Früher wurde in Baden-Baden der Hinweis auf das „Centrum“ durchgänging mit „C“ geschrieben. Dann kam die Anfrage der Grüne, ob das nicht die falsche Schreibweise sei. Nun haben wir zwei Schreibweisen in Baden-Baden und einiges an Kosten für eine Umstellung die keiner wirklich brauchte. Fie Hamburger Lösung war Anlass für Stadtrat Werner Schmoll eine Anfrage an die Oberbürgermeisterin zu richten:

 

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

am 9. April 2018 regte eine Vertreterin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen unter Tagesordnungspunkt 17, Anfragen aus dem Gemeinderat, an, „im Zuge der Erneuerung des Parkleitsystems ... falsche Schreibweisen zu ändern: Casino sollte Kasino heißen, Centrum sollte mit Z (Zentrum), Congress mit K (Kongress) geschrieben werden.“

Sie sagten spontan eine „pragmatische Lösung“ zu, ohne jedoch weiter darüber in den Gremien des Gemeinderates diskutieren oder gar abstimmen zu lassen. Die geänderte Schreibweise beim Verkehrs- und Parkleitsystem betraf vor allem die  Hinweise auf das „Centrum“, die fortan auf der neuen Beschilderung als „Zentrum“ geführt wurden.

Ich weiß nicht, was Sie damals unter „pragmatischer Lösung“ verstanden haben. Sollte dies bedeuten, dass wir auf Jahre hinaus mit zwei Schreibweisen leben müssen? Der derzeitige Zustand trägt wohl weit mehr zur Verwirrung bei als das Beibehalten einer einzigen, vielleicht nicht dem Duden entsprechenden aber dennoch sinnvollen Schreibweise.

An sehr vielen Stellen in der Stadt begegnet man immer noch den alten „Centrum“-Schildern.

So findet man an der Ecke Maximilianstraße/Eckbergstraße ein fast neuwertiges

„Centrum“-Schild, soll aber nur ein paar hundert Meter weiter in der selben Straße der Beschilderung „Zentrum“ folgen.

In- und ausländische Wohnmobilfahrer werden von der Schwarzwaldstraße aus über den Zubringer in Richtung „Centrum“ geschickt, um kurz darauf herausfinden zu müssen, dass es das „Centrum“ überhaupt nicht gibt.

Speziell Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV-Nutzer müssen/dürfen auch weiterhin dem „Centrum“ folgen. Hier sind mehrere Hinweissysteme betroffen, was den Austausch sicher schwierig und teuer machen dürfte.  

Weitere Beispiele könnte man hier anführen, die die ganze Duden-Correctness-Aktion ebenso in Frage stellen. Den bisherigen Höhepunkt der Schilderverwirrung gab es im April 2020 mit der  „Doppellösung“ in Lichtental, wo in der Hauptstraße an einem und demselben Standort zwei Schreibweisen zur Auswahl angeboten wurden.

All dies mag teilweise sicher auch amüsant sein, hat aber einen ernsthaften Hintergrund, da „pragmatisch“ nicht immer auch „richtig“ bedeutet, gerade wenn eine Zusage ad hoc gegeben wird, ohne dass letztendlich alle Konsequenzen abgeschätzt werden konnten.

Ich persönlich hätte mir sowieso eine Lösung wie in Hamburg gewünscht, wo man bewusst darauf verzichtet hat auf die neue Schreibweise umzustellen, „weil Wort und Schreibweise so im Sprachgebrauch verankert“ sind. Dort gibt es bis heute ein „Centrum“.

In Baden-Baden hat sich die Verwaltung anders entschieden. Deshalb ist das alles auf den ersten Blick „Schnee von gestern“.

Dennoch bleiben für mich schon einige Fragen, da nicht zu erkennen ist, ob der derzeitige Zustand die endgültige „pragmatische Lösung“ sein wird:

  • Wie viele „Centrum“-Schilder wurden bereits ausgetauscht?
  • Wie viele Schilder mit der alten Schreibweise sind noch im Stadtgebiet verblieben?
  • Beabsichtigen Sie die gesamte Beschilderung in Baden-Baden auf die Schreibweise „Zentrum“ umzustellen?
  • Wie lange wird es dauern bis alle Schilder an die „richtige“ Schreibweise angepasst sind?
  • Was kostet der Grüne Vorschlag vom 9. April 2018 wenn alle Schilder ausgetauscht sind?

Mit freundlichen Grüßen,

Werner Schmoll

 

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