#VorOrt: Besuch bei der Bauernfamilie Wäldele in Steinbach

Veröffentlicht am 08.08.2023 in Unterwegs

Zusammen mit unserem Landtagsabgeordneten Jonas Weber waren wir zu Besuch bei einem der letzten großen Bauern von Baden-Baden. Jonas Weber ist Mitglied des Landwirtschaftsausschusses im Landtag von Baden-Württemberg und als Vorsitzender des Arbeitskreises Ländlicher Raum sowie als Verbraucherschutz- und Tierschutzpolitischer Sprecher tätig. Der Vor-Ort-Termin bei der Familie Wäldele in Steinbach diente also dem Zweck, sich in direktem Kontakt ein realistisches Bild zu machen und mehr zu erfahren, wie es um die Landwirtschaft in Mittelbaden konkret bestellt ist. Der Termin bei den Wäldeles bot dazu reichlich Gelegenheit.

Landwirtschaft in Baden-Baden: Die Mutterkuhhaltung der Familie Wäldele

Familie Wäldele in Steinbach hat sich auf die Haltung von Rindern spezialisiert, die auf der grünen Wiese bei ihren Müttern aufwachsen. Diese so genannte Mutterkuhhaltung bedeutet, dass die Kälber zunächst von ihren Müttern gesäugt und dann Teil der Herde mit etwa 50 Tieren werden. Es ist eine naturnahe Haltung. Die Herde mit den Kühen, ihren Kälbern und dem Stier bildet eine große Familie, in dem jeder seinen Platz hat. Die Tiere werden ausschließlich mit hochwertigem, eigen produzierten Futter versorgt. Heu, Öhmt, Mais, Silage und etwas Gerstenschrot ist alles was sie brauchen. 

Familie Wäldele lebt von der Vermarktung der Tiere, die im Alter von etwa 24 Monaten von einem regionalen Metzger geschlachtet und das Fleisch zerlegt wird. Die Produkte werden zum größten Teil selbst vermarktet, meist an langjährige Stammkunden, die ihre vorbestellten Produkte einmal im Monat abholen. Oder über einen Verkaufsautomaten in der Grabenstraße in Steinbach. Wir haben es also mit einem Wunschszenario eines regionalem Produktkreislaufs zu tun, wie man es sich nicht besser vorstellen kann. Denn der größte Teil des Futters wird auf den ca 60 ha großen Äckern und Wiesen der Familie ebenfalls vor Ort produziert.

Bei dem Besuch haben wir uns die Weiden mit der Herde angeschaut und die Stallung vor den Toren von Steinbach. Im Gespräch erläuterten Jennifer Lehoux-Wäldele und Klaus Wäldele ihre Situation, die nicht ganz einfach ist. Immer mehr Auflagen und Regelungen von EU, Bund und Land machen ihnen das Leben schwer. Zwar sind im Prinzip die sich ändernden Bedingungen bei Tierhaltung und Ackerbewirtschaftung kein Problem. Jedoch erfordern diese oft Investitionen und da wird es schnell eng. Schon seit Jahren würde die Wäldeles gerne in einen neuen Stall investieren, jedoch laufen ihnen die Kosten aus dem Ruder. Der Betrieb wirft einfach nicht genug ab, um eine solche Investition zu stemmen. Wir waren uns einig, dass es eigentlich nicht sein kann, dass der Staat Maßnahmen einfordert, sich dann aber bei der Finanzierung daraus resultierender Investitionen einen schlanken Fuß macht.

Stallprojekt: Eine leerstehende Festhalle und ein Kommunalstall

Konkret den Stall betreffend hatten die Wäldeles auch 2 Vorschläge an die Stadt Baden-Baden. 

Zum einen die Halle auf den Festplatz Kolbenacker in Steinbach. Diese steht seit 10 Jahren ungenutzt und leer herum. Es gab wohl von unterschiedlichen landwirtschaftlichen Betrieben Bestrebungen, diese zu übernehmen und eine anderen Nutzung zuzuführen. Die Idee, daraus einen Stall zu machen, den die Wäldeles betrieben, war nicht völlig aus der Luft gegriffen. Denn der Festplatz liegt etwas außerhalb des Ortes und der Stall wäre genehmigungsfähig gewesen, so die Aussage des Regierungspräsidiums. Die Stadt hat allerdings gar nichts entschieden und so steht die Festhalle leer und verkommt. Eigentlich kein Zustand. Wir werden uns darum kümmern.

Der andere Vorschlag bestand in der Errichtung eines so genannten Kommunalstalles. In diesem Szenario errichtet die Kommune den Stall und der Bauer pachtet ihn. Vorteil: Für die Investition stehen aus verschiedenen Fördertöpfen bis zu 80 % staatlicher Zuschüsse zur Verfügung. Auch das werden wir aufgreifen und entsprechende Anfragen im Gemeinderat starten.

Fazit: Regionale Landwirtschaft muss unterstützt werden

Der gesellschaftliche Wunsch nach gesunden Lebensmitteln, die regional und unter Beachtung des Tierschutzes produziert werden, ist berechtigt. Gleichwohl: Es muss auch jemand machen und davon leben können. Die Position von Jonas Weber ist klar: Zwischen gesellschaftlichem Anspruch und ökonomischer Realität scheint sich eine gewisse Kluft aufzutun, die der Staat schließen muss.

 

 

 

 

 

 

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